Aktuelles

Do, 20. Okt. 2016 14:01 Uhr

NACHRUF

Von: Frank Lay

Ehrenlöschbezirksführer Rudolf Sieb verstorben


Rudolf Sieb

Am 19. Oktober verstarb nach schwerer Krankheit Ehrenlöschbezirksführer Oberbrandmeister Rudolf Sieb im Alter von 78 Jahren.

Rudolf Sieb trat im Jahre 1958 in die Freiwillige Feuerwehr Roden ein. Bereits 1967 übernahm er die Führung der Feuerwehr Roden. Eine große Herausforderung war die Zusammenlegung der Feuerwehren Roden und Fraulautern zur Feuerwache Ost im Jahre 1973, in dem er für ein Jahr die kommissarische Führung des Löschbezirkes übernahm. Durch sein Wirken wurde aus ehemals zwei eigenständigen Feuerwehren eine schlagkräftige Truppe. Von dieser Pionierarbeit profitiert die Feuerwehr noch heute. Bei der ersten Wahl des Löschbezirkes Ost wurde Rudi Sieb zum Löschbezirksführer gewählt. Ganze 25 Jahre hatte Rudi dieses Amt inne, eine sehr lange Zeit in der er sich nicht nur ehrenamtlich für die Gemeinschaft, sondern auch für die Belange seiner Kameraden einsetzte. 1975 wurde ihm das Deutsche Feuerwehrehrenkreuz in Silber verliehen.

Während seiner langen Dienstzeit von 58 Jahren hatte er sich stets zum Schutz und Wohl der Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt eingesetzt. Darüber hinaus war Rudi sehr innovativ. So wurde auf sein Bestreben hin bereits 1975 die ‚stille Alarmierung‘ im Löschbezirk Ost eingeführt. Rudi hat sich ständig mit dem technischen Fortschritt innerhalb der Feuerwehr beschäftigt. Im Jahre 1978 wurde auf sein Bestreben hin das erste TLF im Löschbezirk Ost angeschafft. In seine Amtszeit fiel auch die Gründung der Frauenbastelgruppe. Hier trafen sich die Ehefrauen der Feuerwehrmänner regelmäßig zu Bastelabenden Die Erlöse der Verkäufe wurden gespendet. Dies fiel in eine Zeit, in der das Hobby Feuerwehr nur den Männern vorbehalten war.

1992 wurde Rudolf Sieb zum Ehrenlöschbezirksführer der Feuerwehr Saarlouis Ost ernannt. Im gleichen Jahr wurde ihm für seine außerordentlichen Verdienste um die Feuerwehr das Deutschen Feuerwehrehrenkreuz in Gold verliehen.

Durch seine einmalige offene und kameradschaftliche Art schaffte er sich einen Bekanntheitsgrad weit über die saarländischen Landesgrenzen hinaus. Insbesondere die Kontakte mit Frankreich lagen ihm am Herzen. Zunächst die langjährige Freundschaft mit den Kameraden aus Mittersheim.

Die Partnerschaft mit Albestroff wäre ohne die Kontakte vom Rudi nicht entstanden.

Unvergessen wird auch sein Engagement für den Erweiterungsbau der Feuerwache Ost bleiben.

Für seine hervorragenden Leistungen für das Gemeinwesen wurde Rudi Sieb 2001 die Bundesverdienstmedaille verliehen.

Rudolf Sieb genoss eine hohe Anerkennung und großes Vertrauen und war bei all seinen Kameraden sehr beliebt. Bis zuletzt nahm er am monatlichen Stammtisch der Ehrenwehr teil.

Wir haben einen pflichtbewussten und immer hilfsbereiten Kameraden verloren. Er war ein Vorbild für viele Generationen Feuerwehrleute.

Nicht nur die Feuerwehr, sondern auch der Förderverein der Feuerwache Ost wird ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Rudi war bis zuletzt Vorstandsmitglied im Förderverein.

Die österliche Eucharistiefeier findet am Samstag, 22. Oktober 2016, um 10.30 Uhr in der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt statt; anschließend ist die Beerdigung auf dem Friedhof Roden.