a) Gründung und Ausbau

Wie in vielen anderen Orten muss es auch in Roden schon früh eine organisierte Brandbekämpfung gegeben haben. Vor allem die Handwerker waren verpflichtet, beim Ausbruch eines Brandes sofort an die Brandstelle zu eilen, wo sie entsprechend ihrer Ausbildung die verschiedensten Aufgaben zu erfüllen hatten: Dies galt vor allem für die Schornsteinfeger, Dachdecker, Maurer, Zimmerleute und Schmiede; alle übrigen erwachsenen Männer der Gemeinde wurden als Helfer eingesetzt. Sobald Feuer ausbrach, mussten alle Einwohner, die in ihren Häusern Brunnen oder Pumpen hatten, vor ihrer Haustür mit Wasser gefüllte Bütten oder Zuber aufstellen. Gab es nachts Feuer, waren die Einwohner gehalten, durch das Aufstellen von Lichtern die Straßen so viel wie möglich zu beleuchten. Landrat Schmeltzer drohte in seiner Brandordnung von 1816 allen,

"diejenigen welche sich geweigert oder vernachlässigt hätten, denen in den Artikeln 9, 10, 11 und 12 vorgeschriebenen Maasregeln nachzukommen, verfallen in eine Strafe von dem Vierttheil ihrer Mobiliar Steuer. Die Strafe kann jedoch nicht unter 3 Franks seyn".

Die erste Feuerspritze bekam Roden erst nach dem großen Brand von 1820. Ortsvorsteher J. Klein wird als Chef der "Feuerleute" genannt, jedoch war bereits in den ersten Jahren des Jahrhunderts eine organisierte Löschhilfe vorhanden, die von Paul Hecktor geleitet wurde.

Das Gründungsjahr wird abgeleitet auf der noch gut erhaltenen Fahne "Rodener Feuerspritzer von 1830" die über alle Wirrnisse und Fährnisse von anderthalb Jahrhunderten hindurch bewahrt werden konnte.

Fahne der "Rodener Feuerspritzer von 1830", Eine der Fahnen der heutigen Feuerwehr Saarlouis, aus denen die Ursprünge der heutigen Wehr zu erkennen sind.
Fahne der "Rodener Feuerspritzer von 1830"

Die Fahne wurde während des Krieges von dem Feuerwehrmann Andreas Willms vergraben und nach dem Krieg der Feuerwehr Roden übergeben. Sie ist heute im Besitz des Löschbezirkes Ost und befindet sich in einem guten Zustand.

J. Nedwed überlieferte uns in einem Artikel der Saar-Zeitung aus dem Jahre 1930 aus Anlass des 100-jährigen Bestehens der Wehr viele Einzelheiten. So hatten die Rodener "Feuerspritzer" als einheitliche Kleidung eine Joppe mit blanken Knöpfen und eine Schirmmütze.

Bis in die fünfziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts hinein hatte die Wehr des Öfteren Gelegenheit, sich auszuzeichnen. Erwähnt werden auch Einsätze in benachbarten Gemeinden.

1853 erhielt die Wehr durch die Feuersocietät in Koblenz eine Beihilfe zur Anschaffung von Feuerlöschgeräten.

Hauptleute der Wehr werden dann für die kommenden Jahre von Nedwed benannt: Johann Senzig, dann Johann Fischer, genannt "Fischer Hannes", dem dann ein gewisser Gergen, genannt "der alte Mock", folgte. Die etwa 40 Mann starke Wehr wurde dann von Johann Franz, genannt "Schockels Häns", geleitet.

 

Von 1869 bis 1877 war Johann Senzig jr. Leiter der Wehr, die von dem damaligen Fraulauterer Bürgermeister wegen Unstimmigkeiten aufgelöst wurde. Sie wurde jedoch sofort wiedergegründet. In den Jahren bis 1885 wechselten die Brüder Gergen als Wehrführer ab.

Schmiedemeister Köwenig wurde dann Hauptmann der Wehr bis 1898; dessen Nachfolger wurde der Wagnermeister Johann Peter Massion, allerdings nur für ein Jahr. Sein Nachfolger wurde sein Sohn Peter Massion, der die Wehr 37 Jahre lang bis 1935 leitete. Ihm gelang es in seiner langen Tätigkeit als Leiter der Rodener Wehr, diese zu einer schlagkräftigen Truppe zusammenzuschweißen.

Ihm folgten als Löschbezirksführer:

1935 -  1937   Wilhelm Massion

1937 -  1940   Peter Köwenig

1940 -  1944   Peter Nedwed

1944 -  1948   Peter Pfeifer

1948 -  1954   Ludwig Serwani

1954 -  1957   Heinrich Seger

1957 -  1967   Leo Wirth

1967 -  1992   Rudolf Sieb   (ab 1973 Löschbezirk Ost)

1992 -  2003   Michael Gier   (Löschbezirk Ost)

2003 - bis heute  Hans Fritz   (Löschbezirk Ost)

Doch noch einmal zurück ins vorige Jahrhundert. Dass die Rodener Wehr vor allem in den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts recht schlagkräftig war, zeigte sich in den lobenden Erwähnungen bei Bränden in Nalbach und Saarwellingen. Beim Brand des Heumagazins von Saarlouis im Jahre 1868 drückte der Festungskommandant der Rodener Wehr seine lobende Anerkennung aus.

1873 wurden neue Uniformen beschafft. Sie bestanden aus einem langen Drillichrock und einem Messinghelm. Kaiser Wilhelm I. erteilte die Genehmigung dazu durch Allerhöchste Kabinettorder von Bad Gastein aus. Die Provinzial-Feuer-Societät leistete einen Zuschuss von 50 Talern.

Die gleiche Versicherung übernahm 1875 die Kosten für die Anschaffung von 2 Wasserwagen mit Fässern.

1882 bestand die Rodener Wehr aus einem Löschzug mit fünf Führern und 36 Mann.

 

An Geräten waren vorhanden:

1 Druckspritze

1 Zubringer

1 Wasserwagen

2 Handgerätewagen

10 Eimer

2 Anstell-Leiter

4 Feuerhaken

Zu dieser Zeit befanden sich in Roden 720 Häuser mit 1263 Schornsteinen.